Deutsches Kupferinstitut DKI, A Copper Alliance Member
Danksagung


Hanns-Joachim Fischer
(1925-2005)
 
Im Laufe seiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit der Normung von Metallprodukten wird sich Dipl. Ing. Hanns Joachim Fischer ungezählte Male eine vollständige Sammlung aller weltweit benutzten Normen herbeigewünscht haben. Aus dem Stoßseufzer "Ach, gäbe es doch !" entwickelte er schließlich die Idee, die Fülle seiner beruflichen Erfahrungen im Bereich der Nichteisenmetalle selbst in eine solche Sammlung einfließen zu lassen eben den Kupferschlüssel.

Wenn man so will, hat ihm "das Metall im Blut gelegen". Als dritter und jüngster Sohn des Dr. Ing. Franz-P. Fischer am 15.03.1925 geboren, war er gewissermaßen "familiär belastet". Schon der Vater hat - bei der Firma Krupp als Leiter der Abnahme- und Probieranstalt tätig - bei der Normung von Stahl wegweisend gearbeitet.

Nach dem Abitur im März 1943 musste Hanns Joachim Fischer zunächst zum Arbeitsdienst und zur Wehrmacht. Im April 1946 kehrte er dann aus amerikanischer und französischer Kriegsgefangenschaft zurück in seine Geburtsstadt Essen. Neun Monate Praktikum bei der Firma Krupp in 1946/47 und zwei Semester Maschinenbaustudium an der TH Karlsruhe waren anscheinend zunächst nicht überzeugend - Herr Fischer studierte erst einmal Philosophie und Theologie. Im Sommersemester 1952 kehrte er dann aber doch zur Metallurgie zurück, setzte an der TH Aachen das Studium als Eisenhüttenmann fort und erwarb 1956 das Diplom.

Die ersten beruflichen Schritte machte er beim Bochumer Verein, wo er bis Januar 1959 die thermische Abteilung leitete. Seit März 1959 war Herr Fischer dann als Gruppenreferent beim DIN - Deutsches Institut für Normung e.V. beschäftigt. Der Arbeit an und mit den nationalen und internationalen, vor allem aber den europäischen Normen blieb er über drei Jahrzehnte bis zum Ende seiner aktiven beruflichen Tätigkeit verbunden. Seit Mitte der 60er Jahre hat er in einer Vielzahl von Normenausschüssen und Normungsgremien als Sekretär oder als Geschäftsführer gewirkt. Umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen sammelte er z. B. als Geschäftsführer des Normenausschusses Nichteisenmetalle (FNNE) und als Sekretär des ISO-Komitees 26 Kupfer und Kupferlegierungen, welche Aufgaben er von 1964 - 1990 wahrnahm. Er war Geschäftsführer des 1967 neu gegründeten Normenausschusses Pulvermetallurgie, ab 1974 Geschäftsführer des Normenausschusses Gießereiwesen (GINA). Er hat eine Vielzahl von Ausschüssen mitbegründet und geleitet, die sowohl im europäischen (CEN) als auch im internationalen Rahmen (ISO) mitbestimmend waren und Maßstäbe gesetzt haben. Sein fachliches und persönliches Ansehen fand auch in den internationalen Ehrungen Ausdruck, die ihm zuteil wurden ("Award of Appreciation" des Kupferkomitees der ASTM, Philadelphia, 1985; "Prain Medal" des Institute of Metals, London, 1990).

Hanns Joachim Fischer war seit 1957 mit Paula Fischer verheiratet. Ihre Verlässlichkeit über fast 50 Jahre hindurch war ihm auch in seinem Beruf Halt und Stütze. Mit dem Eintritt in den Ruhestand im März 1990 begann die Arbeit am "Projekt Kupferschlüssel". Die ursprüngliche Vorstellung eines gebundenen Buches wich nach und nach der Idee einer PC-gestützten Datenbank, was den Erwerb neuer Techniken und Kenntnisse notwendig machte. Nun konnte Hanns Joachim Fischer auch davon profitieren, dass er als vierfacher Vater auch vierfacher Großvater war und unter seinen Enkeln genug Interesse und Geduld an und für die Begleitung durch das neue Medium fand. In knapp 15 Jahren intensiver Arbeit konnte er die erste Auflage seines Kupferschlüssels fertig stellen und wesentliche Teile der zweiten Auflage bearbeiten.

Nur zwei Tage nach dem plötzlichen Tod seiner Frau im Oktober 2004 erkrankte er selbst schwer und verstarb im Juni 2005.
 
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